190608 Zofingen Stalder Castrini10.06.19 - Die Athletinnen und Athleten des TV Länggasse Bern waren an den Pfingstmeetings in Zofingen und Basel ein getreues Abbild des aktuellen Formstands der Schweizer Leichtathletik. Es gab einige überzeugende Leistungen, doch sie waren sehr rar. Mehr Kopfschütteln als Kopfnicken war auf der Bahn und auf den Zuschauerrängen zu sehen. 

Bild: Tim Stalder (mitte) und Timo Castrini (links) über 4x100m mit den Nationalstaffeln U23 und U20.

 

 

 

Pfingstsamstag Zofingen

Sprints

Bei guten Bedingungen gelangen folgende Leistungen. Luca Flück startet als Trainingsmassnahme über 100m und 200m. 11.30 Sek. brauchte er für den bewusst etwas zurückhaltend gestalteten 100er. Eine ordentliche Leistung und hier erstmals und letztmals die Bemerkung, die beinahe für alle Resultate gilt, man erwartete etwas mehr! Für die 200m Strecke benötigte Luca dann 22.33 Sek. Seine Top 10 Leistung liegt bei 22.24 Sekunden. Sprinterisch waren die Auftritte gut, und somit sicherlich ein gelungenes Training. Nach absolvierter RS startete Dario Kaufmann in Zofingen über 200m wofür er im ersten Lauf 23.77 Sek. und im zweiten Lauf 23.34 Sek. bauchte. Erstaunliche Leistungen! Liegt seine persönliche Bestzeit doch bei 23.11 Sek. Da stellt sich die Frage, ob eine RS gar bessere Wettkampfvoraussetzungen schafft als ein Wintertraining? Wir werden es sehen. Bilanz gezogen wird Ende Saison. Ebenfalls über 200m starteten Timo Castrini in ernüchternden 22.69 Sek., Tim Stalder in 22.59 Sek und Yves Maritz in 23.18 Sek. Während Yves, der ebenfalls wegen seines Zivildienstes kein umfassendes Wintertraining absolvieren konnte, mit seinem Auftritt durchaus zufrieden war, hatten sich die beiden auch schweizweit starken Sprinter Castrini Timo und Stalder Tim mehr erhofft. Es ist nur ein kleiner Trost, dass im ersten Durchgang der 200m Sprints durchwegs „überschaubare“ Leistungen gelaufen wurden. Bessere Zeiten gab’s dann im zweiten Durchgang, bei dem jedoch nur Dario noch antrat. Man sah erste Ansätze der kommenden Form aber noch fehlt die Power, um wirklich gute Zeiten zu laufen. 

Mittelstrecken

190608 Zofingen Ramseier EngelIn einer ersten, starken Serie starteten für den TVL Hendrik Engel und Reto Ramseier. Es war ein engagiertes Rennen, in dem erstaunlicherweise Reto Ramseier der Aktivere der Beiden war. Hendrik hatte in der zweiten Bahnrunde Mühe, das Tempo vorne mitzugehen, er schien auch den Direktkampf mit seinem Trainingskollegen Reto Ramseier zu verlieren. So sah es eingangs Zielgeraden aus. Erst auf den letzten 30 Metern kämpfte sich Hendrik mit wundersam hervorgezauberter Reserve am etwas nachlassenden Reto vorbei, knapp vorbei. Im Ziel betrug der Abstand eine Zehntelsekunde. 1.52.18 verbuchte Hendrik und mit 1.52.29 egalisierte Reto seine persönliche Bestleistung aus dem Vorjahr. Alain Croisier kämpfe in der zweiten Serie in einem ausgeglichenen Feld in dem er mit 1.56.80 Achter wurde. Für einen 3000m Steeple Läufer beachtenswert. Kiflay Mengestabe versuchte in der vierten Serie eine gute Zeit zu laufen. Mit den 2.00.13 dürfte er weder zufrieden noch unzufrieden sein. Was auffiel? Kiflay spielte in diesem Rennen einen ungewohnt aktiven Part. Bei derart ausgeglichenen Serien sind Rangeleien Part of the game. In der siebten Serie gab Silvan Ryser, Jahrgang 2003 sein 800 Meter Debüt. Er klassierte sich mit 2.14.02 im dritten Rang. Die Ränge 1 und 2 belegten zwei Läufer, die in diesem Rennen fünf Sekunden schneller waren. Es besteht der Verdacht, dass Silvan mit mehr Erfahrung, die ihm als Debütant verständlicherweise fehlte, beinahe hätte mitgehen können. Fabio Vogel, ebenfalls Jahrgang 2003 und ebenfalls erstmals über die zwei Bahnrunden im Einsatz wurde in der sechsten Serie mit 2.12.21 Sechster. Sein Rennen war kontrolliert, auch eher darauf bedacht, gut über die zwei Runden zu kommen. Verständlich. Beide werden sich auf ihren nächsten Einsatz über 800m freuen. Sie haben jetzt eine Referenz!

Nationalstaffel

In der 4x100m Staffel gab Tim Stalder sein Nationalmannschaftsdebut in der U23 Auswahl. Tim gelang als Schlussläufer ein guter Wechsel und eine sehr starke erste Rennhälfte, Simon Graf, dem Vertreter der U20 Nati, ebenbürtig. Auf den letzten Metern hat er sich leider leicht verletzt. Er konnte aber ins Ziel sprinten und seinem Team mit 41.87 Sek. einen gültigen Wert sichern. Ebenfalls im Einsatz als Nati Staffelsprinter stand Timo Castrini. Er lief die dritte Ablösung, konnte seinen Staffelstab allerdings mangels einem viertem Läufer nicht weitergeben. 

  

Susanne Meier Memorial, Basel

Sprints

Dario Kaufmann gönnte sich ein Wettkampfwochenende. In Basel absolvierte er zwei Starts über 100m. Der erste war mit 11.63 Sek. in der zweitstärksten Serie wirklich gut anzusehen. Er lief ein technisch ganz erstaunliches Rennen, wurde in seiner Serie zwar Letzter, aber nur knapp. Betrachtet man das gesamt Starterfeld, dann reihte er sich in Basel im Mittelfeld ein. Im zweiten Durchgang brauchte er genau einen Hunderstel länger. Die stärkste 400er Serie gewann Vincent Notz. Luca Flück wurde Vierter mit 47.83. Luca war auf den ersten 200 Metern gut unterwegs. Es sah noch leicht und locker aus. In der Kurve machten Notz, Flury, Burgunder und Wyss Druck. Es gelang Luca nicht, seine läuferische Leichtigkeit zu behalten. Er lief in der Folge zu aufrecht und mit leicht stemmenden Schritten. Er muss über ein sehr gutes Stehvermögen verfügen, wenn er unter diesen Bedingungen auf den letzten 40 Metern immer noch mithalten kann. Silvan Lutz musste sein Rennen nach überzeugenden ersten 300 Meter auf der Zielgeraden abbrechen. Erneut irritierte ein Stechen im Oberschenkel. Gar nicht auf Touren kommt momentan Nick Stalder. Was im Vorjahr so spielerisch leicht gelang, funktioniert derzeit nicht. Er wurde in der dritten Serie, die er eigentlich locker hätte dominieren müsste, Letzter. Es wird spannend sein, zu ergründen wie es dazu kommen konnte und wie der Weg zurück zu gestalten ist. Mit Trainingsrückstand oder fehlender Form sind seine derzeitigen Resultate nicht zu erklären. In der sechsten Serie gab Silvan Ryser in Basel auch seinen 400 Meter Einstand. Er kämpfte erfolgreich gegen einige Gegner und er lief mit 55.09 Sekunden eine sehr respektable Zeit. Simon Gerber startete in der zweitstärksten 400m Hürden Serie. Mit 55.87 Sek. gelang ihm eine Saisonbestleistung. Rang vier in der Schweizer Bestenliste. Ganz zufrieden dürfte auch er mit seinem Resultat nicht sein. Rhythmisch und Hürdentechnisch war wenig auszusetzen. Er wirkt diesbezüglich erstaunlich routiniert. Was fehlte war die aktive Laufgestaltung. Tempo macht man zwischen den Hürden, über den Hürden verliert man mehr oder weniger Zeit. 
Mit neuer PB und zufrieden lief Anna Minger über 100m ein. Allerdings dürfte die gelaufene Zeit von 13.87" noch deutlich unterboten werden, wenn dem hervorragende Start und der tollen Beschleunigung auch eine gute, zuweite Streckenhälfte folgt. Ab 60m konnte Anna mit ihren Gegnerinnen nicht mehr mithalten und verlor deutlich an Boden. Schrittverlängerung und trotzdem hoher Körperschwerpunkt sind der Schlüssel zum Erfolg.

Sprünge

190610 Basel MarlenSchmidMit Marlen Schmid auf Rang 3 und Océane Köchli auf Rang 6 beendeten unsere Dreispringerinen den Wettkampf. Dabei dürfte Océane mit neuer PB von 10.90m und der Gewissheit, dass Sprünge jenseits der 11m-Marke in Zukunft zur Regel gehören werden, zufriedener sein als Marlen, welche mit 11.49m weder zufrieden noch enttäuscht sein dürfte. Dass die technischen Details bei Marlen noch nicht reibungslos ineinander übergehen, war offensichtlich. Wenn die nötige Lockerheit aber wieder da ist, und die dürfte mit dem Sommerwetter kommen, dann werden auch wieder Sprünge um die 12m gemessen werden. Océane zeigte einen technisch und kämpferisch einwandfreien Wettkampf. Das war echt cool zum zusehen!
Nach dem 100m doppelte Anna Minger mit 4.70m im Weitsprung nach und realiserte ihre zweite neue PB an diesem Tag. Nach anfänglich zwei Sprügen deutlich hinter dem Balken, traf sie den Absprung im dritten Durchgang Zentimeter genau und zeigte ihre technischen Fortschritte erstmals auch im Wettkampf. Anna Rotter verpasste den Finaldurchgang im Weitsprung um lediglich 4cm und musste nach drei Druchgängen etwas enttäuscht den Wettkampf beenden. Die gesprungenen 5.16 und 5.17 in den Durchgängen zwei und drei zeigen, dass die Formkuve nach oben zeigt. Allerdings muss diese Tendenz noch etwas andauern, um aufs Niveau des Vorjahres zu kommen.

Link auf die Rangliste von Basel

 

Pfungstadt (Deutschland)

Pascal Furtwängler startete an einer international bekannten Laufgala in Pfungstadt, Deutschland. Er wurde in der A-Serie Fünfter mit sehr guten 1.49.74. Das Feld war schnell unterwegs. Auf der Zielgeraden überraschte eine starke Windböe die Läufer. Für den doch etwas wenig stämmigen Pascal besonders nachteilig. 

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