190824 SMBasel Furtwaengler23./24.08.19 - Vor einer erfreulichen Zuschauerkulisse zeigten die Schweizer Athleten und auch die Vertreter des Turnvereins Länggasse interessante und teilweise hochklassige Leistungen. Die TVL-Triumpfe des Vorjahres liessen sich in Basel nicht so leicht wiederholen. Die Gegner haben sich gesteigert, teilweise gar etwas mehr als die TVL Cracks. Trotzdem resultierten ein Vizemeistertitel für Pascal Furtwängler über 800m sowie zwei Bronzeplätze für Luca Flück über 400m und Lukas Marti im 5000-Rennen. 

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Rangliste Samstag und Sonntag

 

Kurzsprint

Über 100 Meter waren wir bei den Frauen durch Anna Rotter vertreten. Mit einem guten Start schaffte sie sich in der 4. Serie eine gute Ausgangslage, die sich allerdings auf der zweiten Streckenhälfte nicht zu nutzen vermochte. Der Schritt blieb (zu) kurz und so musste sie ihre Gegnerinnen ziehen lassen. Die gelaufenen 12.85" bei leichtem Rückenwind sind nicht schlecht, aber auch nicht berauschend und so musste Anna ernüchternd feststellen: "Es ging so schnell und am Ende war ich gar nicht müde. Ich hätte eigentlich schneller laufen können."

Über 200 Meter starteten bei den Männern am Samstag Silvan Lutz, Timo Castrini und Ralf Kurath. Silvan und Ralph hatten das Pech, im einzigen Vorlauf zum beträchtlichen Gegenwind (-1.8m/s) starten zu müssen. Silvan wurde in dieser anspruchsvollen Serie mit 22.15 Sek. Zweiter, ein Finalplatz bis zum letzten Vorlauf noch möglich. Im Gegnervergleich hat sich Silvan erneut sehr gut präsentiert. Das SM Glück wir hoffentlich nächstes Jahr wieder zurückkehre. Ralf Kurath wurde Serienletzter mit 22.08 Sek.. Er war dabei in dieser Serie keinesfalls abgeschlagen, innerhalb nur weniger Hundertstel liefen drei Athleten ins Ziel. Aber es war unter den eher „langsamen“ Vorläufen der ungünstigste. Die Verhältnisse forderten ihren Tribut. In der Vierten Serie wurde Timo Cstrini mit 22.56 sek. Sechster. Auch wenn die erreichte Zeit es auf den ersten Blick nicht zeigt, Timo lief vor allem auf den ersten 120 Metern ein ausgezeichnetes und schnelles Rennen. Die Formkurve für „seine“ Meisterschaften scheint zunehmend in die richtige Richtung zu zeigen. Nick Stalder, am Samstag auch über 400 Meter im Vorlauf, musste in diesem Rennen erneut feststellen, dass er noch nicht wieder in der Lage ist, auch nur annähernd die Zeiten des Vorjahres zu laufen. 

Langsprint

190824 SMBasel FlueckSilvan Lutz, während Jahren ein sicherer Wert für einen 400 Meter Finalplatz startete über 200 Meter. Luca Flück sollte ihn quasi ersetzen. Luca tat das auf eine eindrückliche Art. Seinen Vorlauf dominierte er nach Gutdünken. Er lief zuerst locker auf den vor ihm gestarteten Joel Burgunder auf, nach hinten wehrte er die Angriffe der Nummer vier der Schweiz, Vincent Notz, mit grosser Selbstverständlichkeit ab. Mit 48.34 Sek. sicher im Final! Ralf Kurath, mit offensichtlichem Trainingsrückstand, lief mit 50.34 Sek. eine gute Zeit. Er hatte keine schwachen, aber auch keine besonders starken Phasen. Für Nick Stalder war der Start in der zweiten Vorlaufserie mehr ein Training als ein Wettkampf. Er ist geschwächt, kann zwar in jedem Lauf etwas länger ein höheres Tempo halten, aber auf der Zielgeraden hat er keine Ressourcen mehr zur Verfügung. Im samstäglichen Final klassierte sich Luca Flück auf dem erfreulichen dritten Rang. Es war klar, der Finallauf würde für alle Startenden eine „enge Kiste“ werden. Er war denn auch sehr spannend und ganz speziell. Erstmals seit vielen Jahren war der Langsprint Final wieder ein taktisches Rennen. Das ist selten! In den vergangenen Jahren sorgte Joel Burgunder jeweils regelmässig für schnelle Rennen. In Basel fühlte sich kein Athlet überlegen genug, um voll auf Tempo zu laufen. Petrucciani hielt sich zurück, Devantay hält sich immer zurück, nicht einmal der notorische Schnellstarter Bellon trat aufs Gaspedal. Luca ging mit Blick auf Medaillenchancen auch kein Temporisiko ein. Erst 80 Meter vor dem Ziel gingen die Sprinter an ihr Limit. Flück war noch Zweiter, dann kam wie gewohnt Devantay, dem es aber diesmal bis ins Ziel nicht gelang sich deutlich abzusetzen. Bellon, Flury und Notz kämpften mit allen ihren unterschiedlichen Mitteln um eine Medaille. Aber sie sind zu wenig Spurtstark und dieses Rennen wurde nicht im Kampf auf den letzten Metern sondern im langgezogenen Schlussprint entschieden. Hier hatte Luca gute Karten, die er auch überzeugend ausspielte. In den 400m Hürden Vorläufen wurde Andreas Ritz nicht nur vom TVL-Anhang vermisst. Simon Gerber ist wie die Kollegen Stalder und Castrini gesundheitlich handikapiert. Sein Rennen war technisch und rhythmisch absolut auf Finalniveau. Auch die Startphase gelang erstmals in diesem Jahr zufriedenstellend. Nach einem eher zurückgehaltenen mittleren Laufabschnitt sah man auf der Zielgeraden wieder einen Hauch von Simon Gerber, der Schlussspurt-Bestie. Die Zeit von 57.47 Sek. befriedigt noch nicht, die Fortschritte und die hohe Technikompetenz stimmen aber sehr zuversichtlich. 

Mittelstrecken

Zur Erinnerung. „Man“ gewann über 800 Meter im Vorjahr die Titel bei den Männern und Frauen. Sina Sprecher schien in Basel nicht in ihrer allerbesten Verfassung zu sein. Sie musste sich im Vorlauf gegen Chiara Scherrer um 8 Hunderstel geschlagen geben und damit eine Finalqualifikation über die Zeit „abwarten“. Die schaffte sich aber deutlich. Im Final, der etwas schneller angegangen wurde, lief sie ein gutes Rennen. Sie lief mit, konnte und wollte aber dem Final nicht ihren Stempel aufdrücken. Das Rennen wurde auf der Zielgeraden entschieden. Hier fehlte  ihr die sprinterische Elastizität, die sie eigentlich schon mitbringt. Gut, ihre Finalzeit ist gerade Mal zwei Zehntel über ihrer Bestleistung, und die Siegerin war auch nur weniger als vier Zehntel schneller. Der vierte Rang ärgert immer und das Wissen, dass man in Topform auch in Basel hätte gewinnen können, macht auch nicht wirklich glücklich. Bei den Männern gestaltete Pascal Furtwängler seinen Vorlauf nach Belieben. Er lief einfach mit und auf den letzten Metern davon. Alain Croisier, inzwischen stärker über längere Strecken, lief im ersten Vorlauf 1.57.80 Min. Er schien sich seiner Sache nicht so ganz sicher zu sein. Er hatte nicht den Mut die gleichwertigen Gegner energisch und definitiv zu überholen und abzuschütteln. Diese Positionskämpfe kosteten Energie und auch Zeit. Er hätte in sämtlichen anderen Serien durchaus eine noch bessere Figur gemacht. Im Final wurde Pascal Furtwängler den Favoriten zugerechnet. Das Rennen wurde im Vergleich zu den 1500er etwas ambitionierter angegangen. Die Qualität und vor allem die Ausgeglichenheit der Läufer war dieses Jahr enorm. Pascal konnte keinen eigentlichen Tempolauf riskieren, zu langsam sollte die erste Runde auch nicht sein. Mit Julien Wanders kam noch ein unberechenbarer Faktor hinzu. Pascal lief geschickt musste aber auf den letzten 60 Metern nach vorne mit Jona Schöpfer mithalten und nach hinten drängelnde Kollegen abwehren. Im Ziel wurde mehr oder weniger die Schweizer Bestenliste abgebildet. Jonas Schöpfer, der Schnellste Schweizer in diesem Jahr gewann Gold, Pascal Furtwängler in 1.50.13 Min. Silber. Der Thuner Robin Oester gewann Bronze vielleicht anstelle von Michael Curti, der kurz zuvor den Final über 1500 Meter als Dritter beendet hatte. 

In diesem Final über 1500 Meter waren gleich drei Vertreter des TVL mit dabei. Hendrik Engel wurde in 3.56.72 Min. Sechster, Reto Ramseier in 3.56.93 Min. Siebter und Kiflay Mengestabe in 4.03.47 Elfter. Das Rennen wurde extrem langsam angegangen. Auf der Zielgeraden der ersten Runde hätte es nicht überrascht, wenn das Feld auch Mal angehalten hätte. Als das Rennen nach dreiviertel Renndistanz plötzlich nicht nur schneller, sondern echt schnell wurde, verpasste es das TVL-Duo bei den Positionen drei bis fünf dranzubleiben. Curti, Gmür und Stalhandske konnten sich in einer kleinen Gruppe absetzen. Hendrik und Reto gefiel das nicht, sie kämpften sich spät, zu spät wieder in die Nähe der Bronzemedaille. Vorneweg lieferten sich der wiedererstarkte Tom Elmer und der Weltklasse Langstreckler Julien Wanders ein spannendes Rennen, welches Tom Elmer mit einen unwiderstehlichen Antritt 100 Meter vor dem Ziel für sich entscheiden konnte. Kiflay, für den dieser Finalplatz bereits einen grossen Erfolg darstellt, tat alles, um auch im Final noch Gegner zu schlagen. Es ist ihm gelungen. 

Langstrecken

Lukas Marti, „unser Vertreter“ über 5000 Meter, hatte in Basel ebenfalls keine leichte Aufgabe. Selbst bei einem extrem langsamen, taktischen Rennen waren eigentlich Gold und Silber vergeben. Jonas Räss und Luca Noti liefen in dieser Saison über eine halbe Minute schneller als Lukas. Für Bronze musste Lukas mindestens drei Top-10 platzierte Gegner schlagen. Die übrigen 18 Konkurrenten machten weniger Sorgen. Lukas löste seine Aufgabe souverän. Mit 14.23.40 erzielt Lukas eine persönliche Bestleistung und der Abstand zum Vierten war letztlich deutlich höher als der Abstand mit zweitklassierten Luca Noti. Ganz stark!

Sprünge

Mit Marlen Schmid und Sahra Gerber starteten gleich zwei Athletinnen aus den TVL-Reihen im Dreisprung. Marlen kämpft schon seit längerer Zeit mit Rückenschmerzen uns musste in den vergangenen Wochen ihre Trainings sorgfältig planen und umsetzten. Entsprechend war ihr Auftritt dann ein richtiger Befreiungsschlag. Auch wenn das Ziehen im Rücken immer noch spürbar war, konnte Marlen speedig und locker anlaufen und sprang äusserst solid auf den tollen 5. Schlussrang. Die 11.71m aus dem letzten Durchgang bedeuteten Saisonbestleistung und lassen für die beiden September-Wettkämpfe (Nachwuchs-SM und die Team-SM) auf noch bessere Weiten hoffen. Toll gemacht!
Sahra startete erstmals an einer Outdoor-SM bei den Aktiven und hätte beinahe einen Coup gelandet. Mit einem super Satz im ersten Durchgang wäre sie eine ernsthafte Finalkandidatin gewesen, wenn der Sprung nicht knapp übertreten gewesen wäre. Aber eben, 'wäre', 'hätte' und 'könnte' nützen in dieser Situation nichts. So musste sich Sahra nach drei Durchgängen aus dem Wettkampf verabschieden. Die tolle Weite von 10.95m aus dem dritten Durchgang bedeuten ebenfalls Saisonbestleistung und stehen für eine steigende Formkurve.

Daniela Schlatters Weitsprungwettkampf ist leider schnell erzählt. Wegen Anlaufungenauigkeiten in den vergangenen Wettkämpfen reiste Daniela ziemlich verunsichert an die Meisterschaften und auch in diesem Ernstkampf traf sie den Balken bei keinem ihrer drei Sprünge. Nach zwei guten, aber ungültigen Sprüngen in den ersten beiden Durchgängen war der Respekt vor einem dritten Nuller zu gross und die Angriffslust verflogen. Der Satz mit Absprung hinter dem Balken landete bei mässigen 5.36m. Ein Wettkampf und eine Weite, die nicht in die Geschichtsbücher eingehen werden.


 

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