Mittwochabend, Wittikofen

Die Wohntürme ragen in die Höhe. Sie verbreiten gleichzeitig urbanen Glanz und drohende Agglomerationsschwere. Die erleucheteten Wohnungen und der Vollmond bieten einen fast schon kitschigen Anblick. Die Spieler des TVL kommen aus allen Richtungen zusammen - via Schrebergärten oder via die Linie 8, die ganz aus dem West(side)en bis hierher fährt. Die Halle beherbergt normalerweise die Schülerinnen und Schüler der französischen Schule. "Very french" ist dann das Auftreten des Heimteams allerdings nicht. Im Gegenteil bedienen sich die Spieler von Polo Volley unnötiger Wortgefechte, sprachlicher Scharmützel und platzfremdem Macho-Gehabe. Deshalb erinnert das Spiel weniger einer Partie zweier Mannschaften, sondern eher einem Parlamentssaal, in dem viel geredet und wenig geliefert wird. Die Schiedsrichterin ist nicht zu beneiden, macht ihre Sache mit einigen deeskalierenden zu wiederholenden Bällen aber sehr gut.

Die TVL Mannen beschliessen, sich an der Debatte nicht zu beteiligen, sondern ihren Job zu machen. Nämlich dem Sport zu frönen, der ihnen Spass macht und der auf körperliche Ertüchtigung ausgerichtet ist - und nicht aufs lamentieren und provozieren. Das klappt eigentlich ganz gut. Die ersten beiden Sätze haben die Gäste aus der Länggasse alles im Griff. Im dritten Umgang vertedigt der Gegner weiterhin und unnachgiebig und zwingt das Momentum auf seine Seite. Hier zeigt Polo, dass sie zurecht Volley im Namen tragen und holen sich den Satz verdient. Im vierten Umgang wird dann wie erwähnt der sprachliche Akzent immer wichtiger, Regelkunde in der französischen Schule - eigentlich nicht im Abendprogramm vorgesehen. Punkto Lautstärke und Kraftausdrücke haben die Gastgeber die Nase vorn, sonst hinken sie hinterher. Der TVL schaukelt das Baby locker und freudvoll nach Hause. Macht summa summarum 3:1 Sätze und 3 Punkte, womit das Saisontotal der Länggässler auf 25 Punkte klettert. Beachtlich - und ganz zur Szenerie in Wittikofen passend.

Hervorzuheben ist die mannschaftliche Geschlossenheit: Pesche liess vereinzelten Wortfetzen einige punktbringende Passeurfinten folgen. Giorgio drehte nach gemütlichem Beginn auf, Svens Smashes erreichten einen Winkel, der in der 4. Liga seinesgleichen sucht. Ueli zeigte eine hervorragende Partie und hielt den Druck auf die anderen Mittespieler (zurecht) aufrecht. Joels Services brachten die Polo-Spieler das ein oder andere Mal zu Boden, Lüku machte alle wichtigen Punkte, Lollo glänzte als Mediator und Tom hatte die schönsten Hotpants der TVL-Geschichte.

Nächsten Dienstag steht das letzte Spiel gegen Uni Bern auf dem Programm. Gute Stimmung im Obstgarten ist vorprogrammiert. Wir freuen uns, dass im Muristalden viel Platz für Volley, aber wenig zum parlieren ist.

Fürs Herren II, Tom

Wir konnten in der Rückrunde bisher nur Gutes berichten - sämtliche 5 Spiele konnten ohne Punktverlust gewonnen werden.

In diesem "flow" kam der Leader aus Aarberg gerade recht. Wenn auch der (Punkte-)Abstand zum Branchenprimus gewaltig war, so war die Lust, den Aarbergern ein Bein zu stellen und weitere Punkte abzuluchsen, vorhanden. Das Team musste aufgrund der Absenzen von Pesche, Sven und Giorgio (auf den Ski und/oder in der Skihütte) etwas umdisponieren. Vom Mixed konnte eine geballte Ladung Guillod-Schlittler (in doppelter Ausführung) abbestellt werden, so dass Ersatz-Coach Tom ein 9er-Gespann zur Verfügung stand. 

Das Spitzenspiel zwischen dem erst- und dem zweitplatzierten erfüllte die Erwartungen vollends. Es entwickelten sich intensive Ballwechsel - mit dem klar besseren Ende für Aarberg im 1. Satz. Nicht schlecht gespielt reichte also nicht. Mit neuer Aufstellung wurde das neue Glück gesucht - Lollo versuchte sich als Dia, Flo kam für Marco und Nico/Ueli waren für Nadelstiche über die Mitte vorgesehen. Das klappte schon ganz gut, das Spiel stand auf der Kippe. Die Jugend setzte sich schliesslich durch, nach 23:25 stand ein 0:2 aus Sicht des TVL zu Buche.

Der dritte Umgang war geprägt von derselben Intensität, wobei das Heimteam den Strohhalm "letzte Chance" ergriff, der "Rücken zur Wand" Wirkung zeigte und die juvenile Nervosität beim Gegner ausgenutzt wurde. 25:23 konnte diesmal dem TVL gutgeschrieben werden. Auch der vierte Satz starete ausgeglichen, sogar mit gewissen Vorteilen auf Seite der Länggässler - zumindest bis Satzmitte. Dann war der Ofen irgendwie aus. Die Brechstange war beim TVL noch nie ein probates Mittel. In der Mitte stand ein gegnerischer Block, der zunehmends unüberwindbar wurde - die gegnerische Nummer 7 verdiente sich hier Bestnoten - der Aussen-Motor hatte Sand im Getriebe, eine Stimmungs-Baisse inkl. Abwärts-Spirale und nicht ganz jugendfreies Gemurmel besorgte den Rest. Während Aarberg leicht zu Punkten kam, blätterte der Zählmeister nur noch selten beim Heimteam. So durfte dem Gegner zur verdientermassen gewonnenen Partie und zum Gruppensieg gratuliert werden.

Es bleibt ein Beigeschmack, dass auch im Rückspiel gegen Aarberg etwas zu holen gewesen wäre. Tant pis - jede Serie reisst einmal!

Fürs Herren II, Tom

Der 10-Punkte Rausch ist noch nicht verflogen, da standen schon die Spiele gegen Strättligen und Papiermühle an.

Wir kennen (eigentlich) unterdessen unsere teaminternen Pappenheimer: Vor den Spielen die breite Brust, ein Aufwärmen, das diesen Namen kaum verdient und ein paar lockere Sprüche, wieviel Sonne die Gegner denn im Tabellenkeller überhaupt erhaschen sollen. Zu Beginn des Duells gegen Strättligen schien die Überheblichkeits-Masche aufzugehen. In Kürze war der erste Satz 25:14 in der Tasche. Es folgte ein ungemütlicher Ritt durch die Realität der 4. Liga: ein Gegner, der nicht aufsteckt und mit starker Verteidigungsarbeit zurück ins Spiel fand. Das Spiel lange offen, bis der Unparteiische leicht parteiisch eingriff, was zu unseren Gunsten ausfiel. So kehrten wir den Satz am Ende noch und tankten nach dem 26:24 Mut, dass der Abend (doch noch) schnell endet. Weit gefehlt: Viele Servicefehler und zu komplizierte Spielweise brachten uns auch im dritten Umgang an den Rand eines Satzverlustes. Schliesslich fand auch dieser Satz in der Verlängerung zu einem glücklichen Ende. Als Belohnung liegen drei schwer(er als erwartet) erschwitzte Punkte auf unserem Konto.

 

Die erste Februarbegegnung fand in der Agglo statt. Am uns bekannten Dienstagabend-Termin stand eine Einladung von Volley Papiermühle in Worblaufen/Altikofen/Ittigen ins Haus. Wir nahmen dankend an. Begleitet wurden wir mit Unterstützung, die pünktlich aus dem Oberland eintraf. Pesche war so freundlich, sein Apéro-Ski auf der Lenk zugunsten einer Partie im eisigen Mittelland zu verschieben. Unter Pesche's Regie - und mit Unterstützung von Fäbi, der sich erstmals seit London wieder in ein Ligaspiel wagte - kamen wir mehr schlecht als recht aus den Startpflöcken. Obwohl viele Anspielfehler unseren mühseligen Pfad säumten, gelang es den 1. Satz einzuheimsen. So viel Glück ward uns im darauffolgenden Umgang nicht zuteil. Vielmehr bestrafte uns Papiermühle für unsere an den Tag (oder besser: Abend) gelegte Lethargie und holte sich verdientermassen den Satzausgleich. Von nun an war Kampf gefragt und eine Strategie, die über das simple Mitspielen hinausging. Pesche fand eine Lösung mit vielen Bällen über die Mitte, welche Lollo und Tom auch relativ unbedrängt vollenden konnten. 
Erwähnenswert war die Pro-Kopf-Trefferquote von Giorgio: er gegnerische Passeur wurde 2x Opfer von unnachahmlichen Smashes unseres Coachs. Sven versuchte sich über ein Dutzendmal mit derselben Masche. Da stand der Vopap-Dompteur jeweils auf dem Posten :-)

 

Fürs Herren 2, Tom

Die letzte Berichterstattung liegt eine Weile hinter uns.  Zu sagen, dass seither nichts passiert ist, wäre vermessen, nein untertrieben, pardon: eine Sauerei!
Von allem war etwas drin: eine tolle Show, viel Glamour und eine satte Punkteausbeute. Man wähnte sich zwar nicht in Hollywood, zumindest aber am Concours d'Eurovision.

 

Der Ritt nach Aarberg (s. vorangegangenen Bericht) war einen Punkt wert. Nicht ohne, wenn man bedenkt, dass der Primus besucht und bedrängt wurde.

Am 11. Dezember bekam der TVL Besuch von Polo Volley. Das dürfte nach der knappen Niederlage beim Leader ein Klacks darstellen - das übliche TVL-Paradox hielt Einzug. 19:25 stand die Anzeigetafel und der erste Satz weg, eh man sich versah'. Glücklicherweise fanden die Mannen vom Obstberg den Rank und zu ihrem Spiel zurück. Die restlichen drei gespielten Umgänge waren nicht so umkämpft und fanden den Weg in die heimischen Töpfe. 3 Punkte, immerhin!

Während die letzten Geschenkverpackungen ihren Weg in die übervollen Müllsäcke fanden und der Weihnachtsbaum auf der Terrasse oder im Garten seinen zweiten Frühling feierte, stand das Rückspiel beim VBC Bern an. In der Schwellenmättelihalle zu spielen, ist seit je ein Highlight der Berner Sportszene. Kleiderwechsel mit Blick auf das Bundeshaus, imposanter - schön in den Farben des Kantons gehaltener - Hallenboden und eine Architektur, die der nahe gelegenen Kirchenfeldbrücke entsprungen sein muss. Und dann eine Kulisse, die seit Jahren ihresgleichen sucht. Der TVL trat zum Auswärtsspiel mit einer Fanarmada auf, die auf Platz Bern sonst nur in den entpersonalisierten Tempeln Stade de Suisse oder PostfinanceArena zu sehen ist. Vor den Augen der versammelten Entourage zeigte der TVL seine Sonnenseite. Insbesondere Lollo zog einen Traumtag ein und buchte gefühlt die Hälfte der Punkte. Wie konnte man in der Vorrunde eine 0:3 Klatsche kassieren? Schnee von gestern. Ein kurzes Zwischentief brachte die Länggässler nicht aus dem Konzept, so dass ein weiteres 3:1 zu weiteren 3 Punkten führte.

Schliesslich empfing der TVL zum Heimspielsamstag am 26. Januar den VBC Thun - seines Zeichens stolzer Zweitplatzierter in der Gruppe. Zu siebt bei frühmorgendlichen Zeitverhältnissen stand in der Neufeldhalle ein Gegner mit Potenzial für die Zukunft. Obenaus schwang bei den Oberländern jedoch nicht ein Jungspund, sondern eine routinierte frankophone Stammkraft. In der Mitte zeigten Tom und Lollo emmentaler Ansätze beim Blockspiel, löchrig und träge. So musste im ersten Satz ein Fünf-Punkte-Rückstand in Kauf genommen werden, der sich bis zum Satzende nicht aufholen liess.

In der Folge trumpfte Lüku auf aussen gross auf und verbuchte Punkt um Punkt. Satz 2 ging - etwas glücklich zugegebenermassen - an das Heimteam, womit das Spiel von vorne begann. Nun war das Heimteam aber besser im Spiel, die Automatismen funktionierten und auf allen Positionen gelangen punktebringende Aktionen. Der Sieg geriet nur selten in Gefahr - und wenn, zeigte der TVL seine bisher ungeahnte Souvernänität, das Ganze über die Runden zu schaukeln. Die Geschichte wiederholte sich: Dem Gegner einen Satz, aber keinen Punkt zugestanden. Als Sahnehäubchen gab's den Sprung auf den Silberplatz (bei einem Spiel weniger, muss fairerweise angefügt werden).

Das Spiel in Aarberg eingeschlossen resultierten summa summarum 10 Punkte aus 4 Spielen und die Gewissheit, in dieser 4. Liga ein Wörtchen mitreden zu können, so man das will. Zum Abschluss eine klare Ansage aus dem Obstberg: "Hy everyone out there... TVL is calling...."

 

Fürs Herren 2, Tom

Der TVL beweist Moral

 

Der schwache Auftritt gegen Papiermühle liess Zweifel an der Schlagfertigkeit der Absteiger aufkommen. Mittelmässiges Mittelfeld, eingemittet im mittleren Saisonverlauf, das ist hartes Brot für einen Absteiger. Dazu die altbekannte Leier von himmelhochjauchzenden Wunderspielen und abgrundtiefen Tälern selbst gegen schlechter qualifizierte Teams.

Vor diesem Hintergrund traten die wackeren Sieben den Gang nach Aarberg an. Wetterleuchten, Kaffeduft und Gipfeli verbreiteten eine spezielle Stimmung an diesem Samstagmorgen. Wäre da nicht die Verletzungshexe, welche Armin als letzte Hoffnung auf der Bank nur die Rolle als Notnagel zuwies und Tom mit chinesischen Pflastern antreten liess. Zudem stand mit Flo ein Spieler im Kader, der eigentlich nicht merh Teil des Herren II ist - aber mehr denn je eine Stütze und eben doch eine Konstante in diesem Team, das vor Unkonstanz nur so strotzt. Die weiteren Unerschrockenen waren Pesche, i fratelli De Neri und Joel. Feierliche Unterstützung kam uns durch die beiden älteren Töchter des letzteren zugute, zudem hatten Mia und ihre Schweser einen Rucksack mit Puppen und Barbies dabei - Elsa, Anna, Meerjungfrau, Eisbär und Häsli. Dazu gesellte sich zu Matchbeginn Manu, die dem Ruf Giorgios gefolgt war. Über mangelnden Support konnten wir uns wahrlich nicht beklagen.

Das Match begann dann TVL-ungewohnt mit einer glänzend aufgelegten Sechs, die andeutete, dass wenig Personal nicht zwingend mit einer minderen Qualität einhergehen muss. Im Gegenteil: Der erste Satz war ein gelungenes Feuerwerk aus starken Services, einer kompakten Defensive, angriffslustigen Nadelstichen und einem guten Einstellen auf die Stärken des Gegners. Immerhin stand man dem Leader gegenüber. Nach kurzem Zittern zu Satzende konnte die Führung bezüglich Sätze bejubelt werden. Im 2. Satz ein nicht weniger attraktives Spiel, ausser dass bei den Gästen nun der Annahme- und Soutien-Schlendrian einsetzte und Aarberg die Löcher besser stopfte - 1:1 in Sätzen.

Durchgang 3 war - da waren sich die Herren und die mitgereisten Damen einig - etwas vom Besten, was der TVL in den vergangenen Jahren abgeliefert hat. Flo nutzte die Gunst der Stunde mit seinen gefürchteten Blockout-Punkten, Pesche und Tom harmonierten über die Mitte hervorragend, der De Neri-Block verdunkelte das zwischendurch auftretende Hoch von Aarberg. Mit einer Nasenlänge voraus gings in den vierten Satz.

Der Schreibende tut sich schwer damit, dem ramponierten und so mutig auftretenden Team noch ans Bein zu pinkeln, aber: Hier hat es der TVL vergeigt, den Sack zuzumachen und einen überraschenden 3-Punkte Sieg auswärts beim Tabellenprimus einzuheimsen. Vieles gelang nicht mehr, bei Aarberg keimte Hoffnung auf und diese wurde schlussendlich belohnt. Die Aarberger Nummer 7 rettete dem Leader mit vielen Punkten die Haut. Schade. Also Gang in den fünften. Hier dann klare Verältnisse entlang der demografischen Struktur: Die jungen Gastgeber mit Rückenwind, der TVL alters- und beschwerdegeplagt gebodigt. Immerhin bliebt das Team intakt, die Stimmung gut und es resultierte auf der Matchtafel noch eine zweistellige Punktezahl - 10:15 und damit eine 2:3 Niederlage. Das kann sich sehen lassen - auch wenn die verpasste Chance schmerzte. Spätestens beim Schoppen im Commerce im Aarberger Stedtli wich die Enttäuschung der Erkenntnis, dass der TVL auch grosse Spiele abzuliefern vermag, Rumpfteam hin oder her. Eine Reaktion aufs Vopap Spiel wars allemal!

Morgen Dienstag wird die Vorrunde abgeschlossen. Der TVL empfängt im heimischen Muristalden das Schlusslicht Polo Volley. Hoffentlich gelingt wiederum ein SPiel, das die Augen glänzen lässt.

Highlight of the match: Pesche mit seinem ersten Angriff - und dem direkten Punkt - im TVL-Dress!

 

Fürs Herren II, Tom

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