200920 Staffel SM 2020 TVL Mannschaft220.09.2020 - Bereits im Vorfeld konnte aufgrund der Mannschaftsmeldungen davon ausgegangen werden, dass diese Meisterschaften gut besetzt sein würden. Der TV Länggasse startete erstmals sein zehn Jahren wieder im eigenen Dress unter eigenem Label. Die Resultate der Berner Truppe um David Spichiger und am Vormittag um Adrian Gubler waren umso erfreulicher, als dass sie so nicht unbedingt erwartet werden durften. Von den Resultaten der U16 und jünger wird an anderer Stelle berichtet.
Aus den tollen Resultaten stechen die beiden Vizemeistertitel der Männer über 3x1000m und in der Olympischen Staffel hervor.

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Die Organisatoren mussten sich einiges einfallen lassen, um die Staffel SM im Corona-Jahr durchführen zu dürfen. Der Kanton Zug hat strenge Vorschriften. Konsequente Schutzkonzepte mit zwei getrennten Wettkämpfen, am Vormittag für die U18 und jünger und am Nachmittag für die U20 und älter machten es möglich. Die Witterungsbedingungen waren insbesondere am Nachmittag beinahe ideal. Wenig Wind, warme Temperaturen und strahlender Sonnenschein, der die neue blaue Bahn erstrahlen liess.

Resultateübersicht

Frauen      
4x 100m 8. Rang Anna Rotter, Marlen Schmid, Daniela Schlatter, Tanja Muralt VL: 48.94
Olympisch 5. Rang Sina Sprecher, Anna Rotter, Daniela Schlatter, Marlen Schmid 3:46.05
       
Männer      
4x 100m 5. Rang Dario Kaufmann, Ralf Kurath, Luca Flück, Silvan Lutz F: 41.89 (VL: 41.95)
3x 1000m 2. Rang Reto Ramseier, Hendrik Engel, Pascal Furtwängler 7:23.69
Américaine 5. Rang Hendrik Engel, Reto Ramseier, Alain Croisier 6:42.89
Olympische 2. Rang Pascal Furtwängler, Luca Flück, Ralf Kurath, Timo Castrini
3:14.46 
  10. Rang Alain Croisier, Dario Kaufmann, Silvan Lutz, Nick Stalder 3:22.97
       
Mixed      
4x 400m 5. Rang Luca Flück, Daniela Schlatter, Sina Sprecher, Silvan Lutz 3:32.82
       

 

Die Olympische Staffel der U18 hatte zum Ziel, sich in der ersten Ranglistenhälfte zu platzieren. Das ist mit Rang 5 gelungen. Diese Staffel, mit dem Namen Olympische Staffel, war nur einmal eine Olympische Disziplin, 1908 in London. TVL-Startläufer in der 800m Strecke war der U16 Athlet Aarno Liebl. Die Jungs in seinem Alter haben gegen ihn keine Chance. Aber mit den älteren Low-Beer und Roman Wipfli hatte er in Zug zwei ganz stake Gegner. Er lief ein starkes Rennen, später meinte er, er hätte sich noch etwas mehr zutrauen dürfen. In einer guten Ausgangslage konnte er den Hochspringer Silvan Ryser auf die 400m Strecke schicken. Mit grossem Selbstvertrauen und erstaunlichen Reserven kämpfte sich Silvan um die Bahnrunde. Allerdings war allen bewusst, man hätte einen deutlichen Vorsprung haben müssen, hätte man auch in den Sprintstrecken, 200m mit Oliver Freudiger besetzt und 100m mit Lucien Jenni besetzt, ganz vorne mitmischen wollen. Der Hürdler und der Weitspringer konnten dennoch massgeblich zur Zielerreichung beitragen. Eine Zeit von unter 3.35.00 war anvisiert. Das Quartett lief in 3.30.55 ins Ziel, knapp vor COA Valais Romand ins Ziel.

Als erste TVL Mannschaft im Nachmittagsprogramm ging die 4x100m Frauenstaffel ins Rennen. Drei gut besetzte Halbfinals liessen erkennen, dass hier harte Konkurrenz herrschte. Der TVL lief im ersten Halbfinal. Sie wurden mit Anna Rotter, Marlen Schmid, Daniela Schlatter und Tanja Muralt Vierte in 48.94, zwei Zehntel hinter der LG Thun. In den beiden anderen Halbfinals wären sie jeweils als Dritte ins Ziel gelaufen. Die Wechsel hätten da und dort noch etwas flüssiger sein dürfen. In einem Stadion mit 8 Bahnen wären sie im Final gelaufen. Im Schlussklassement wurden sie gute Achte und haben die Erwartungen mehr als erfüllt.

Die 4x100m-Männerstaffel der Länggasse Leichtathletik hatte eine anspruchsvolle Aufgabe. Zehn Gegner waren am Start, zehn starke Gegner, in jeder Mannschaft bekannte Sprinternamen. Dario Kaufman übernahm die Startstrecke. Sie war bei ihm in guten Händen bzw. in guten Beinen. Er liess sich nicht beeindrucken und mit Können und viel Moral positionierte er sich auch gegen den LCZ 1 hervorragend. Er war derart in «Fahrt», dass der Wechsel zu Ralf Kurath sehr stumpf geriet. Nicht die beste Voraussetzung für den Läufer der Gegengerade. Aber Ralf war an diesem Sonntag in Zug in ausgesprochener Sprinterlaune, hatte er doch am Vortag im Colombier eine persönliche Bestleistung über 200m aufgestellt. Er übergab mit einem ordentlichen Wechsel an Luca Flück. Dieser tat sich in der zweiten Kurve gegen Dany Brand, Da Costa, Lionel Spitz, Levin Fischer recht schwer. Wenn innen ganz schnelle Sprinter kommen, die noch einen kürzeren Weg haben, braucht es Nerven. Der Wechsel zu Silvan Lutz gelang nicht nach Wunsch. Silvan fand nach zwanzig, dreissig Metern gut ins Rennen und er vermochte auf der zweiten Rennstrecke deutlich zuzusetzen. Nachdem die zweite Serie im Ziel war, war es Tatsache, der TVL würde im Final mitlaufen. Für Dario Kaufmann eine neue Erfahrung! Ein SM Finale mit ua Sales Inglin und Kariem Hussein als Gegner. Davon liess er sich nicht beeindrucken. Er zeigte erneut eine starke Leistung. Der Wechsel zu Ralf Kurath gelang deutlich besser. Ralf powerte auf der Gegengerade an den Gegnern vorbei, er konnte in guter Position an Luca Flück übergeben. Dieser hatte es mit denselben starken Gegnern aus dem Halbfinal zu tun. Da kann er, der in diesem Jahr weder über 100m noch über 200m gestartet ist, nicht vorne mitgehen. Der Wechsel zu Silvan Lutz gelang wieder nicht optimal. Silvan absolvierte allerdings erneut eine starke Zielgerade aber auch er konnte gegen Petrucciani und Pena nichts ausrichten. Der Vertreter der LG Züri+1 hingegen dürfte froh gewesen sein, dass das Rennen nicht noch zehn Meter weiter gegangen ist, denn dann hätte er nämlich die Bronzemedaille definitiv an den TVL verloren. So wurde das Quartett mit überraschend starken 41.89 Sek. Vierte.

Im Programm folge die 3x1000m der Männer. Eine Domäne der starken Mittelstreckler um Peter Mathys und von diesen schon oft auch gewonnen. Aber es scheint, dass diese Staffel jedes Jahr stärker besetzt wird. Vorweggenommen, die Berner wurden Zweite mit 7.23.69. Zu Erinnerung, 2018 gewannen Engel, Croisier und Furtwängler in 7.28.39. Im Vorjahr siegten sie in 7.16.09 vor dem Team aus Genf, das dieses Jahr Meister wurde. Der Reihe nach! Reto Ramseier lief eine souveräne und starke erste Ablösung. Er gestaltete das Rennen, das etwas taktisch angegangen wurde, aktiv mit. Das erlaubte ihm, seine Stärken einzubringen und in aussichtsreicher Position an Hendrik Engel zu übergeben. Dieser schien anfangs ebenfalls aktiv das Geschehen beeinflussen zu können. Mit zunehmender Renndauer machten ihm dann einige starke Gegner das Leben schwer. Mit Kampf und einer Energieleistung auf dem letzten Laufabschnitt konnte er schliesslich an Schlussläufer Pascal Furtwängler übergeben. Dieser hätte gegen Joaquin Jaeger (Stade Genève) gerne einen komfortablen Vorsprung gehabt. Da waren nämlich noch Gegner wie Franco Noti, Dominik Reich und Diego Klopfenstein unterwegs. Der auf der Zielgeraden erlaufene zweite Schlussrang ist weniger das Resultat einer schönen Spätform sondern seinem Kämpferherz und seinem taktischen Gespür zu verdanken. Er konnte es sich schlicht nicht leisten auf und davon zu laufen. Er musste zuerst etwas aufholen und dann die Zielgerade vorbereiten. Es ist gelungen. Eine Silbermedaille, die sich in Anbetracht der Umstände wie eine Goldene anfühlt.

In der Américane der Männer mussten 39 trainierte Athleten aus 13 Mannschaften an und über ihre Leistungsgrenzen gehen. Zehn der dreizehn Mannschaften waren mit bekannten und starken Läufern besetzt. Der LCZ mit unter anderen Tom Elmer gewann in 6.33.79. Hendrik Engel, Reto Ramseier und Alain Croisier liefen sehr lange ein ganz starkes Rennen. Nachdem sie in der ersten Runde mit Gedränge übergeben mussten, gelangen in der Folge die Wechsel viel besser. Am Schluss reichte die Kraft nicht mehr für den Kampf um Bronze. Der TVL wurde Fünfter, Stade Genève, in Bestbesetzung und Vorjahressieger klassierte sich als Vierte. Die Ränge eins bis drei belegten Mannschaften die keine 3x1000m bestritten hatten. Bei diesem Niveau wird es zunehmen schwieriger, in beiden Staffeln ganz vorne mitzulaufen.

In der Olympische Staffel der Frauen lief Sina Sprecher die 800m-Strecke. Sie brachte ihre Erfahrung ein und sie wusste auch, dass sie nicht in Bestverfassung antreten konnte. Ihre Klasse und ihr Gespür für das Machbare schafften für die Mannschaftskolleginnen gute Voraussetzungen für ein spannendes und attraktives Rennen. Anna Rotter «musste», da Seraina Lerf verletzt nicht starten konnte, die 400m-Strecke übernehmen. Den Trainern David Spichiger und Silvan Lutz stockte der Atem, als sie sahen, wie engagiert (mit anderen Worten schnell) sie das Rennen anging. Wer aber einen Einbruch erwartete, wohl vor allem die direkten Gegnerinnen, wurde enttäuscht. Sie lief ein ganz starkes Rennen und sie hielt die TVL-Mannschaft weiter im Rennen. Daniela Schlatter gestaltete ihren Streckenabschnitt ganz klar mit Blick auf die Gegnerinnen. Eine Platzierung in der ersten Ranglistenhälfte hatte sie vor Augen und entsprechend hat sie sich eingebracht. Der Wechsel zur routinierten Marlen Schmid war flüssig das ist schwierig aber es war wichtig. Auf der Zielgeraden wurde Marlen von der Baslerin Julia Schneider bedrängt. Dieser Zweikampf wurde erst auf den letzten 15 Metern entschieden. Die leidtragende dieser Fehde wurde schliesslich Deborah Vomsattel der LG Bern. Marlen konnte sich auf dem Zielstrich einen Wimpernschlag vor dieser, mit derselben Schlusszeit von 3.46.05 ins Ziel werfen. Gleichzeitig bedeutete dies den starken fünften Schlussrang. Wie erwähnt vor der LG Bern mit Sclabas, Giudice, Maonzambi und Vomstattel)

Die Olympische Staffel der Männer bestritten zwei TVL-Mannschaften. Im Vorjahr gewann die LG Bern. Die Startstrecke in der ersten Mannschaft übernahm Pascal Furtwängler. Er wähnte sich wohl in einem SM-Final. Schöpfer, Curti, Elmer, Oester, Dupré ua. waren seine Gegner. Auch hier war das Tempo zügig aber nicht grenzwertig schnell. Trotzdem zog sich das Feld bereits etwas in die Länge. Elmer stürzte, Pascal konnte inmitten einer Spitzengruppe an Luca Flück übergeben. Dieser hatte schon in der 4x100m den Halbfinal und Final bestritten, diesmal wurde er auf eine Bahnrunde geschickt. Devantay, Angelella, Moggi und Gyger unter anderen hiessen die Gegner. Es ist kein Geheimnis, Luca ist nicht in seiner besten Verfassung. Er konnte zu lange in dieser Saison keine schnellen Sprints absolvieren. Umso erstaunlicher war dieser Auftritt. Er teilte sein Rennen äusserst klug ein, er ging ein Tempo am Limit, dabei orientierte sich klug an den starken Gegnern, das ist in diesem Laufformat anspruchsvoll. Das Ziel ist nämlich nicht am eigentlichen Ziel sondern beim 300er Start. Luca lief auf die letzten 100m Meter ganz stark und so konnten Ralf Kurath und Timo Castrini auf ihren Strecken vorne mitlaufen. Ralf lief erneut überragend stark, der Wechsel zu Timo Castrini war so gut, dass es einen Moment lang schien, er würde den Vertreter der führenden LG Nordstar Luzern noch einholen. Das gelang letztlich nicht, mit 16/100 Rückstand wurden der TVL Zweiter.

Die Mannschaft TVL 2 lief mit Alain Croiser (800m), Dario Kaufmann (400m), Silvan Lutz (200m) und Nick Stalder (100m) ein Rennen im Mittelfeld. Die Abstände zwischen Rang 6 und Rang 12 waren gering. Wie seine Konkurrenten litt Alain an den Folgen der knallharten Américaine. Da war es nicht möglich, vorne mit dabei zu sein. Dario Kaufmann hielt sich gegen die oben erwähnten Gegner und Vereinskollege Luca ausgezeichnet, Silvan Lutz sowieso. Nick Stalder wurde auf seiner Schlussstrecke von anhaltendem Applaus des interessierten Publikums begleitet. Der Applaus galt zwar nicht speziell ihm, aber sein Rückstand war nur so gering, dass er voll vom Finish der Spitze profitieren konnte. Dario und Nick konnten für die nächsten Meisterschaften wertvolle Erfahrungen sammeln.

Die 4x400m Mixed Staffel bildete den Abschluss der Meisterschaften. Der TVL war hier ebenfalls am Start. Silvan Lutz wollte unbedingt, dass diese Disziplin bestritten wird. Er war auch bereit, wie sein Kollege Luca Flück innerhalb von etwas mehr als zwei Stunden ein viertes Mal an den Start zu gehen. Für Daniela Schlatter war es der dritte Einsatz, für Sina Sprecher der zweite Einsatz nach einem anstrengenden 800er. Die Mannschaften des LZC waren überragend besetzt, die Nationalmannschaft wäre kaum stärker. LG Züri+ und athle.ch hiessen die eigentlichen Gegner. LG Züri+ waren bei den Frauen und Männer sehr ausgeglichen, athle.ch hatte zwei der stärksten 800m Vertreter im Einsatz. Die Athleten und Athletinnen des TVL konnten nicht im Callroom erscheinen, zu diesem Zeitpunkt waren sie nämlich noch auf der Bahn in der olympischen Staffel aktiv. Luca musste 25 Minuten nach dem überragenden 400er in der Olympischen erneut auf die Bahnrunde gehen. So unwahrscheinlich es klingt, er legte erneut eine Klasseleistung in die Bahn. Er wusste genau, was er sich zutrauen konnte, und er traute sich viel, sehr viel zu. Ganz stark! Er schickte Daniela Schlatter auf die Bahn. Sie war zwar noch ausser Atem vom starken 200er aber es war nun mal an ihr, die zweite Ablösung zu bestreiten. Die ersten zweihundert Meter waren gut, flüssig und im Gegnerinnenvergleich in Ordnung. Dann schien, so Mitte zweite Kurve, die Kraft nachzulassen. Doch das schien nur für wenige Meter so, dann wechselte sie von Speed zu Kraft und so kämpfte sie sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln über die Zielgerade. Eine klasse Weitspringerin mit Stehvermögen! Die dritte Ablösung bestritt Sina Sprecher. Sie musste feststellen, es ist nicht einfach ist, kurz nach einem harten 800er frisch genug für eine Sprintstrecke zu sein. Ihre Leistung war solide, in Anbetracht der Umstände wirklich gut. Dank einer guten athletischen Verfassung bestand nie die Gefahr, dass sie einbrechen würde. Einigen Konkurrentinnen passierte das. Die Ausgangslage vor dem vierten 400er, der von Silvan Lutz bestritten wurde, war klar. Die Medaillen waren nicht mehr in Reichweite. Zehn Sekunden betrug der Rückstand. Es ging darum die LG Baselland abzuwehren und wieder an athle.ch heranzulaufen. Silvan lief ein ganz starkes Rennen, das man ihm so eher nicht zugetraut hätte. Zur Erinnerung, er hat dieses Jahr noch keinen 400er bestritten. Er zeigte auf den ersten 250 Metern seine ehemalige Klasse und auf den verbleibenden 150 Meter, dass er halt immer noch grosse Klasse ist. Im Ziel wurde festgestellt, der TVL lag noch genau 1/100 hinter athle.ch mit dem starken Schlussläufer Guillaume Laurent. Dieser fünfte Schlussrang, erzielt von vier überragend kämpfenden TVL-Vertreter und Vertreterinnen, war der Schlusspunkt hinter einer Staffelmeisterschaft wieder in den Farben des TVL.  

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